Fina Funkelstern, Fips und der verlorene Wunsch

In Sternenwinkel wurde es niemals einfach nur dunkel.

Wenn der Abend kam, legte sich die Nacht wie eine weiche, dunkelblaue Decke über die kleinen Dächer, die runden Fenster und die schmalen Wege aus Sternenstaub. Über dem Flüsterwald raschelten die Blätter leise miteinander, der Sternensee begann silbern zu schimmern, und hoch oben am Himmel öffneten die ersten Sterne ihre kleinen Lichtaugen.

Fina Funkelstern saß auf ihrer Fensterbank und schaute hinaus in den Garten. In ihrem Haar funkelten drei kleine Sternchen, und um ihre Schultern lag eine kuschelige Strickjacke, die nach warmem Kakao und Abendruhe roch.

Auf dem kleinen Tisch neben ihr stand ein Becher Mondmilch. Daneben lag ein angebissener Traumkeks.

Fina schaute auf den Keks.

Dann schaute sie unter die Fensterbank.

Dort raschelte es.

„Ich war das nicht“, murmelte eine Stimme.

Fina musste lächeln.

Zwischen zwei Mondblumen tauchte eine kleine orangefarbene Schnauze auf. Dann zwei spitze Ohren. Dann ein buschiger Schwanz, an dessen Spitze ein winziger Stern schimmerte.

„Fips“, sagte Fina. „Du hast schon wieder in meinen Traumkeksen geschnüffelt.“

Der kleine Fuchs blinzelte unschuldig.

„Geschnüffelt, ja. Aber fast gar nicht gegessen.“

Fina hob eine Augenbraue.

Fips leckte sich ein paar Krümel von der Nase.

„Na gut“, gab er zu. „Vielleicht ein bisschen.“

Fina lachte leise. Fips war ihr bester Freund. Er war neugierig, schnell wie ein Windhauch und manchmal ein kleines bisschen frech. Aber sein Herz war weich wie Moos, und wenn Fina ihn brauchte, war er immer da.

Gerade wollte Fina ihm den restlichen Keks geben, da zuckte Fips’ Schwanz.

Einmal.

Zweimal.

Dann begann die kleine Sternenspitze an seinem Schwanz sanft zu leuchten.

Fips wurde ganz still.

„Fina?“

„Ja?“

„Da draußen ist etwas.“

Fina folgte seinem Blick.

Mitten im Garten, zwischen den Mondblumen und den silbernen Grashalmen, lag ein winziger Lichtpunkt. Er funkelte nicht hell und fröhlich wie die Sterne am Himmel. Er glimmte nur schwach, als wäre er müde vom Fallen.

Fina sprang von der Fensterbank. Sie zog ihre kleinen Stiefel an, nahm ihr Sternenlicht-Glas vom Regal und öffnete vorsichtig die Tür.

Die Abendluft roch nach Moos, Vanillemond und den ersten Träumen der Nacht.

Fips tapste neben ihr her. Seine Nase war dicht am Boden.

„Riecht nach Sternenstaub“, murmelte er. „Und ein bisschen nach Traurigkeit.“

Fina kniete sich vorsichtig neben den kleinen Lichtpunkt.

„Hallo“, sagte sie sanft. „Du musst keine Angst haben.“

Der Lichtpunkt flackerte.

Fips setzte sich daneben. Seine Ohren wurden ganz groß.

„Was ist das?“

Fina betrachtete das kleine Leuchten. Es zitterte, als hätte es einen weiten Weg hinter sich.

„Das ist ein Wunschfunke“, flüsterte sie.

Fips riss die Augen auf.

„Ein Wunsch? Einfach so im Gras?“

Fina nickte langsam.

„Ein verlorener Wunsch.“

Der Wunschfunke wurde noch ein bisschen kleiner, als hätte er sich bei diesen Worten erschrocken.

Fips rückte näher heran.

„Oh“, sagte er leise. „Verloren sein ist doof.“

Fina sah ihn liebevoll an. „Ja. Deshalb bringen wir ihn nach Hause.“

„Nach Hause?“ Fips schluckte. „Du meinst doch nicht etwa …“

Fina lächelte.

„Doch. Zum Wunschbaum.“

Fips’ Schwanzspitze flackerte.

„Zum Wunschbaum? Jetzt? Durch den Flüsterwald?“

Fina stand auf und hielt das Sternenlicht-Glas vorsichtig in beiden Händen.

„Der Wunschbaum ist der einzige Ort, an dem verlorene Wünsche wiederfinden können, zu wem sie gehören.“

Fips hob die Schnauze.

„Ich habe keine Angst vor dem Flüsterwald“, sagte er schnell. „Ich prüfe nur vorher, ob der Flüsterwald vielleicht Angst vor mir hat.“

Fina lachte.

Dann öffnete sie den Deckel des Glases.

„Magst du mitkommen?“, fragte sie den Wunschfunken.

Der kleine Funke schwebte langsam in das Glas hinein. Kaum war er darin, leuchtete er ein kleines bisschen heller.

Fina hielt das Glas nah an ihr Herz.

„Keine Sorge“, sagte sie. „Wir bringen dich zum Wunschbaum.“

Fips stellte sich tapfer neben sie.

„Und wenn wir unterwegs Traumkekse finden“, sagte er, „retten wir die auch.“

„Abgemacht“, sagte Fina.

Und so machten sich Fina Funkelstern und Fips, der kleine Funkelfuchs, auf den Weg durch Sternenwinkel.

Der Pfad führte zuerst am Sternensee vorbei. Das Wasser lag ganz ruhig da und spiegelte den Himmel, als hätte jemand tausend kleine Lichter hineingestreut. Am Ufer wuchsen Mondblumen, deren Blüten sich nur öffneten, wenn jemand besonders leise sprach.

Fina ging langsam, damit der Wunschfunke im Glas nicht erschrak.

Fips hüpfte neben ihr her. Erst tat er sehr mutig. Dann rückte er doch ein kleines Stück näher an Fina heran.

„Hast du das gehört?“, flüsterte er.

„Was denn?“

„Dieses Huuu.“

Fina blieb stehen und lauschte.

Aus dem Flüsterwald kam ein leises Geräusch.

Huuuuh.

Fips’ Ohren klappten ein wenig nach hinten.

„Das war bestimmt ein riesiger Nachtmurmler.“

Fina lächelte. „Oder der Wind.“

„Der Wind mit sehr großen Zähnen?“

„Fips.“

„Schon gut.“

Da glitzerte das Sternenlicht-Glas plötzlich auf. Der Wunschfunke stieg darin ein kleines Stück nach oben und zeigte ein winziges Bild.

Ein Kind.

Ein kleines Fenster.

Und zwei Hände, die einen Wunsch in die Nacht schickten.

Dann verschwand das Bild wieder.

Fina sah zum Himmel.

„Er erinnert sich“, sagte sie leise.

Fips sah in das Glas. „An wen?“

„Noch nicht ganz. Aber vielleicht weiß der Sternensee mehr.“

Sie gingen bis an das Ufer. Fina kniete sich hin und hielt das Glas so, dass sich der Wunschfunke im Wasser spiegelte.

Der Sternensee begann zu schimmern.

Ganz langsam bildeten sich kleine Kreise auf der Oberfläche. In jedem Kreis erschien ein winziges Bild.

Ein verlorener Knopf.

Ein zerbrochener Buntstift.

Ein leerer Platz auf einer Schaukel.

Ein Kind, das am Fenster saß und in die Nacht schaute.

Fips legte den Kopf schief.

„Das sieht traurig aus.“

Fina nickte.

„Vielleicht gehört der Wunsch zu jemandem, der sich allein fühlt.“

Der Wunschfunke flackerte hell auf.

Fips zuckte zusammen.

„Ich glaube, das war ein Ja.“

Fina lächelte sanft. „Dann müssen wir uns beeilen.“

Der Weg zum Wunschbaum führte durch den Flüsterwald. Die Bäume dort waren hoch und weich gebogen, als würden sie sich gegenseitig Geheimnisse erzählen. Ihre Blätter raschelten nicht einfach. Sie flüsterten.

Komm näher.

Hab keine Angst.

Hör gut zu.

Fips blieb stehen.

„Ich finde, Bäume sollten nicht so viel reden“, murmelte er.

Fina nahm seine Pfote.

„Sie wollen uns nichts tun.“

Fips sah sie an.

„Ich weiß. Aber sie könnten ein bisschen weniger geheimnisvoll dabei sein.“

Gemeinsam gingen sie weiter.

Plötzlich huschte etwas Kleines über den Weg.

Fips sprang einen Satz zurück.

„Ein Schattenhüpfer!“

Aus dem Moos tauchte ein winziges Tierchen auf. Es hatte runde Ohren, große Augen und einen Schwanz wie ein Pinsel. In den Pfoten hielt es ein Blatt, das fast größer war als es selbst.

Fina kniete sich hin.

„Hallo, kleiner Freund.“

Das Tierchen fiepte leise.

Fips räusperte sich und trat wieder nach vorn.

„Ich hatte natürlich keine Angst“, sagte er. „Ich wollte nur prüfen, ob Fina genug Platz hat.“

Das kleine Tierchen sah auf das Sternenlicht-Glas. Dann zeigte es mit seinem Blatt tiefer in den Wald.

„Zum Wunschbaum?“, fragte Fina.

Das Tierchen nickte.

Dann legte es das Blatt auf den Boden. Darauf leuchtete eine feine Spur aus Sternenstaub.

Fina lächelte.

„Danke.“

Das Tierchen fiepte noch einmal und verschwand wieder zwischen den Wurzeln.

Fips schnupperte an der Sternenstaubspur.

„Riecht nach Himbeeren.“

„Nach Himbeeren?“

„Und ein bisschen nach Hoffnung.“

Fina lächelte. „Dann sind wir richtig.“

Sie folgten der leuchtenden Spur tiefer in den Flüsterwald. Der Wunschfunke wurde mit jedem Schritt unruhiger. Mal leuchtete er hell, mal wurde er fast unsichtbar.

„Er hat Angst“, sagte Fips leise.

Fina hielt das Glas näher an sich.

„Vielleicht denkt er, dass niemand ihn mehr braucht.“

Fips schaute erschrocken.

„Aber jeder Wunsch wird gebraucht.“

„Nicht jeder Wunsch geht genauso in Erfüllung, wie man ihn sich vorstellt“, sagte Fina. „Aber jeder Wunsch erzählt etwas Wichtiges.“

Fips dachte darüber nach.

„Mein Wunsch nach einem Berg Traumkekse erzählt zum Beispiel, dass ich hungrig bin.“

Fina lachte.

„Ja. Und vielleicht auch, dass du gern etwas Schönes teilen möchtest.“

Fips blinzelte.

„Teilen?“

„Vielleicht.“

„Mit dir schon“, sagte Fips nach kurzem Überlegen. „Aber nicht mit dem Flüsterwald.“

Da begann der Wald um sie herum heller zu werden.

Zwischen den Bäumen tauchte eine große Lichtung auf. In ihrer Mitte stand der Wunschbaum.

Er war größer, als Fina ihn in Erinnerung hatte. Sein Stamm war silbern und glatt, und seine Äste reichten weit in den Nachthimmel. An jedem Zweig hingen kleine Lichter. Manche funkelten golden. Manche leuchteten blau. Manche glimmten nur ganz schwach.

„Wow“, flüsterte Fips.

Fina trat langsam näher.

Unter dem Wunschbaum war es ganz still. Nicht unangenehm still, sondern so still wie ein Zimmer, in dem jemand gerade eine schöne Geschichte vorliest.

Fina öffnete vorsichtig das Sternenlicht-Glas.

Der Wunschfunke schwebte heraus.

Er zitterte.

Für einen Moment blieb er dicht bei Fina, als wollte er nicht allein weiter.

Fina streckte die Hand aus.

„Du bist nicht verloren“, sagte sie. „Du hast nur deinen Weg vergessen.“

Fips setzte sich neben sie.

„Und das passiert den Besten“, sagte er. „Ich habe gestern auch den Weg zu meinem Futterplatz vergessen.“

Fina sah ihn an.

Fips schaute zur Seite.

„Na gut. Ich hatte ihn nicht vergessen. Ich wollte nur den Weg zu deinen Keksen testen.“

Der Wunschfunke flackerte.

Es sah fast aus, als würde er lächeln.

Dann stieg er langsam zum Wunschbaum hinauf.

Die Lichter in den Zweigen begannen zu summen. Ganz leise. Ganz warm.

Fina hörte ein Flüstern.

Nicht mit den Ohren.

Mehr mit dem Herzen.

Ich wünsche mir jemanden, der mich sieht.

Fina schluckte.

Fips rückte näher an sie heran.

„Hast du das auch gehört?“

Fina nickte.

Der Wunschfunke schwebte zu einem niedrigen Ast. Dort hing ein kleines, fast erloschenes Licht. Es war so schwach, dass man es kaum sehen konnte.

Der Wunschfunke berührte es.

Plötzlich wurde die Lichtung in weiches Gold getaucht.

In der Luft erschien ein Bild.

Ein kleines Kind saß auf einer Fensterbank, nicht in Sternenwinkel, sondern irgendwo weit weg in der Menschenwelt. Es hielt einen Kuschelfuchs im Arm und schaute hinaus in die Nacht.

Neben dem Kind lag ein Blatt Papier. Darauf stand in krakeliger Schrift:

Ich wünsche mir einen Freund, der mich versteht.

Fina spürte, wie ihr Herz ganz warm wurde.

Fips sah das Bild sehr ernst an.

„Das ist ein großer Wunsch“, sagte er.

„Ja“, flüsterte Fina.

Der Wunschbaum rauschte sanft. Ein silbernes Blatt löste sich von einem Ast und sank zu Fina hinunter. Sie fing es vorsichtig auf.

Auf dem Blatt standen leuchtende Worte:

Manche Wünsche brauchen kein Wunder.
Manchmal brauchen sie nur jemanden, der zuhört.

Fina las die Worte leise vor.

Fips dachte angestrengt nach. Dann sah er zu dem Bild in der Luft.

„Können wir dem Kind helfen?“

Fina sah zum Wunschbaum.

„Vielleicht nicht so, wie man einen Keks bringt oder eine Laterne anzündet“, sagte sie. „Aber wir können ein Licht schicken.“

Fips’ Augen wurden groß.

„Ein Fuchs-Licht?“

Fina lächelte.

„Ein Freundschaftslicht.“

Fips stellte sich auf seine Pfoten. Seine Schwanzspitze begann zu leuchten. Erst klein. Dann heller. Dann so warm, dass die ganze Lichtung orange-golden schimmerte.

Fina legte das silberne Blatt in ihre Hände. Der Wunschfunke schwebte darüber. Dann pustete Fina ganz sanft.

„Für dich“, flüsterte sie. „Damit du weißt: Du bist nicht allein.“

Fips schloss die Augen.

„Und damit du vielleicht morgen jemanden findest, der mit dir spielt“, murmelte er. „Oder teilt. Sogar Kekse.“

Das Licht löste sich von Fips’ Schwanzspitze, verband sich mit Finas Atem und dem Wunschfunken und stieg hinauf in den Himmel.

Es wurde zu einem kleinen Stern.

Nicht groß.

Nicht laut.

Aber warm.

Der Stern funkelte einmal über dem Wunschbaum. Dann flog er davon, über den Flüsterwald, über den Sternensee, über Sternenwinkel hinaus und weiter bis in die Menschenwelt.

Das Bild in der Luft zeigte das Kind noch einmal.

Es saß noch immer am Fenster.

Doch plötzlich leuchtete draußen ein kleiner Stern auf.

Das Kind sah ihn.

Ganz langsam lächelte es.

Dann drückte es den Kuschelfuchs fest an sich und legte den Kopf aufs Kissen.

Das Bild verblasste.

Auf dem Wunschbaum leuchtete nun ein neues kleines Licht.

Der verlorene Wunsch hatte sein Zuhause gefunden.

Fina atmete tief aus.

„Jetzt ist er nicht mehr allein.“

Fips nickte.

„Und wir auch nicht.“

Fina sah ihn überrascht an.

Der kleine Fuchs tat so, als müsste er plötzlich dringend seine Pfote betrachten.

„Ich meine ja nur“, murmelte er. „Allein durch den Flüsterwald wäre schon sehr unpraktisch gewesen.“

Fina lächelte und streichelte ihm über den Kopf.

„Gut, dass wir zusammen sind.“

Fips lehnte sich an sie.

„Ja“, sagte er leise. „Sehr gut.“

Der Wunschbaum raschelte. Ein zweites silbernes Blatt fiel herab. Diesmal landete es direkt vor Fips.

Er beugte sich darüber.

Auf dem Blatt stand:

Wer Licht teilt, verliert nichts davon.
Er macht die Welt heller.

Fips las es zweimal.

Dann schaute er Fina an.

„Gilt das auch für Traumkekse?“

Fina lachte.

„Besonders für Traumkekse.“

Auf dem Rückweg war der Flüsterwald gar nicht mehr so unheimlich. Die Bäume flüsterten freundlicher, die Sternenstaubspur leuchtete heller, und irgendwo zwischen den Wurzeln fiepte das kleine Schattenhüpfer-Tierchen ihnen zum Abschied zu.

Am Sternensee blieb Fina noch einmal stehen.

Das Wasser war ruhig.

Doch in der Mitte spiegelte sich ein neuer kleiner Stern.

Fips setzte sich ans Ufer.

„Meinst du, das Kind findet wirklich einen Freund?“

Fina dachte einen Moment nach.

„Vielleicht morgen. Vielleicht nicht sofort. Aber der Wunsch wurde gehört. Und manchmal beginnt genau so etwas Neues.“

Fips nickte langsam.

„Dann war es gut, dass mein Schwanz geleuchtet hat.“

„Sehr gut sogar.“

Fips richtete sich stolz auf.

„Ich wusste schon immer, dass mein Schwanz sehr wichtig ist.“

„Natürlich“, sagte Fina.

„Vielleicht sogar der wichtigste Schwanz in ganz Sternenwinkel.“

„Vielleicht.“

„Bestimmt.“

Fina lachte, und gemeinsam gingen sie zurück zur Funkelhütte.

Dort wartete die warme Mondmilch noch auf dem Tisch. Der angebissene Traumkeks lag ebenfalls noch da.

Fips schaute ihn an.

Fina schaute Fips an.

Fips räusperte sich.

„Da wir heute sehr viel Licht geteilt haben“, sagte er, „sollten wir vielleicht auch diesen Keks teilen.“

Fina brach den Keks in zwei Stücke.

Das größere Stück gab sie Fips.

Der kleine Fuchs sah sie mit großen Augen an.

„Für mich?“

„Für meinen besten Freund.“

Fips nahm den Keks ganz vorsichtig, als wäre er ein Schatz.

Dann kuschelten sich beide auf die Fensterbank. Draußen lag Sternenwinkel still und friedlich unter der dunkelblauen Nachtdecke. Der Sternensee schimmerte, der Flüsterwald rauschte leise, und weit oben funkelte ein neuer kleiner Stern.

Fina lehnte den Kopf an das Fenster.

„Gute Nacht, verlorener Wunsch“, flüsterte sie.

Fips gähnte.

„Gute Nacht, geretteter Keks.“

Fina musste noch einmal lachen.

Dann wurde es still.

Nur Fips’ Schwanzspitze leuchtete noch ein kleines bisschen.

Nicht, weil irgendwo ein Wunsch verloren war.

Sondern weil in dieser Nacht alles ein wenig heller geworden war.

Funkelbotschaft

Manchmal fühlt sich ein Wunsch ganz klein und verloren an.
Aber wenn jemand zuhört, kann daraus ein Licht werden, das weiterleuchtet.

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